Aufruf zum Energie einsparen

"Alles, was wir für uns selbst tun, tun wir auch für andere, und alles, was wir für andere tun, tun wir auch für uns selbst." Thich Nhat Hanh

Liebe Dhammafamilie,

als Buddhistische Gemeinschaft schließen wir uns dem Aufruf

des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz an, möglichst viel Energie einzusparen.


Die Lehre des Buddha beinhaltet Genügsamkeit, Verzicht und einen bewussten, sparsamen Umgang mit der Natur und den natürlichen Ressourcen. Die Lehre des Buddha beinhaltet auch einen Verhaltenskodex, der dem Wohle aller fühlenden Wesen dient. Wir alle sind angehalten, uns selbstkritisch zu hinterfragen, wie verschwenderisch wir in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten gelebt und wie sehr wir unsere Erde ausgebeutet haben.

In dem Moment, in dem wir einsehen, dass unser früheres Verhalten auch sehr viel mit der aktuellen Energiekrise zu tun hat, fällt es uns vielleicht auch ein bisschen leichter, in der kommenden Zeit Verzicht zu üben.


Müssen wir uns täglich duschen oder genügt es, dass wir uns (wie es unsere Urgroßeltern und Großeltern noch getan haben) am Waschbecken waschen? Müssen wir in der kalten Jahreszeit alle Räume durchgehend beheizen oder genügt es, das jeweilige Zimmer zu beheizen, in dem wir uns gerade aufhalten (sofern es der entsprechende Wohnraum zulässt und sich kein Schimmel bildet)? Müssen wir unsere Kleidung waschen, wenn wir sie nur einmal getragen haben? Drehen wir manchmal achtlos das warme Wasser auf, auch wenn kaltes Wasser ausreichen würde? Wie verschwenderisch gehen wir mit unseren Lebensmitteln um? Können wir auch an drei Tagen das gleiche Essen zu uns nehmen?


Diese Reihe an Fragen kann endlos fortgesetzt werden, bezieht sich aber auch vorwiegend auf die Mitmenschen unter uns, die wirtschaftlich mindestens im "Mittelfeld" zu finden sind.

Es gibt aber auch viele arme und bedürftige Menschen in Deutschland, die sich im Moment keine energiesparenden elektrischen Geräte kaufen können. Was können wir für diese Menschen tun, die in dieser Krisensituation noch mehr Ängste um ihre Existenz aushalten müssen? Hier müssen wir ganz individuelle Antworten finden, wie z.B. das Unterstützen von Wohltätigkeitsorganisationen, ehrenamtliches Engagement für Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze liegen, Anleitung zur Eigenverantwortung und Unterstützung bei der Bewältigung ihrer täglichen Lebensaufgaben usw. "Dana", also "Gebefreudigkeit" ist eine hohe Tugend, die der Buddha lehrt.


Wir können uns also nicht nur im Verzicht üben, um Energie für uns alle einzusparen - wir können auch von unserem Wohlstand den Menschen in unserer Bevölkerung etwas geben, die so arm sind, dass sie gar nicht mehr in der Lage sind, noch mehr einzusparen.

Denken wir darüber nach.