Claudia als Botschafterin


Buddha-Statue

Liebe Leute,

zuerst einmal bedanke ich mich ganz herzlich, dass ich Euer Vertrauen geschenkt bekomme, die Gemeinschaft des Bodhi-Baum-Zentrums im Rat der Religionen zu repräsentieren und zu vertreten.

Brigitte hatte ja einen Brief zu dem Thema geschrieben, der auch für die Mitglieder der Bodhi-Baum-Gemeinschaft gedacht war, die mich nicht persönlich kennen.

Ergänzend noch ein paar Stichpunkte zu meiner Biografie: ich bin 1970 geboren und seit 1991 verheiratet. Mein Ehemann Michael und ich haben zwei angenommene Kinder, die bereits erwachsen sind. Seit dem Jahr 2007 arbeite ich als Quereinsteigerin im sozialen Bereich. Ich habe aktiv in der Flüchtlingsbegleitung mitgewirkt, war danach in der Familienhilfe und arbeite seit drei Jahren in der Behindertenhilfe als Schulbegleiterin.

Im Dezember 1987, als ich 17 Jahre alt war, wurde mir während eines Aufenthaltes im Sanzen-In-Tempel in Japan bewusst, dass ich den Weg der Lehre des Buddha gehen werde.

Heute durfte ich jedenfalls gemeinsam mit Brigitte und Bernhard unsere Bodhi-Baum-Gemeinschaft repräsentieren.

Es gab in Nürnberg am Klarissenplatz eine durch die Umstände bedingte sehr klein gehaltene Gedenkfeier für die Opfer der Corona-Pandemie.

Unzählige Menschen haben ihre Liebsten verloren, unzählige Menschen ihre Arbeit, unzählige Menschen werden Armut und Ausgrenzung durch ihre Armut erleben. Es hat mir heute bei der Gedenkfeier für die Opfer der Corona-Pandemie viel bedeutet, dass ich für uns Buddhisten sprechen und eine „Herzensbrücke“ zu diesen Menschen durch die Lehre des Buddha errichten durfte.

Auf youtube könnt ihr dabei sein: https://youtu.be/E6B_eftUpQo

Ich habe einen Vers gewählt, den wir als "Die vier unermesslichen Gedanken" bezeichnen und der unsere Ideale im Buddhismus spiegelt: bedingungsloses Wohlwollen, bedingungsloses Mitgefühl, bedingungslose Mitfreude und vollendeten Gleichmut.

Durch diese Worte konnte ich im Namen aller Praktizierenden der Lehre des Buddha, auch die Essenz dieser Lehre nahebringen: Gier, Hass und Verblendung überwinden durch die „Vier unermesslichen Gedanken“.

Ganz besonders gefreut hat mich auch, dass der Künstler und Sufi Scheich Süleyman Bahn, der unser interreligiöses Denkmal entworfen hat, gleich am Anfang die Worte „Mögen alle Wesen frei sein von Leid“ gewählt hat. Scheich Süleyman und mich verbindet eine lange interreligiöse Freundschaft. Er hat mich auch gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, am Rat der Religionen teilzunehmen.

Mein Plan ist, dass ich Euch regelmäßig über die Aktivitäten des Rats der Religionen berichten werde. Besonders wichtig ist mir auch, Eure Ideen, Anregungen, Wünsche und vielleicht auch Sorgen in den Rat der Religionen mit einzubringen. Da ich aber selbst erst in diese Rolle hineinwachsen muss, bitte ich Euch um etwas Geduld und Nachsicht mit mir. Brigitte wird mir beratend zur Seite stehen, wenn es um Belange der Bodhi-Baum-Gemeinschaft geht, Scheich Süleyman wird mich bei meinen ersten Schritten im Rat der Religionen unterstützen, bis ich trittsicher bin.

Wenn wieder Präsenztreffen im Bodhi-Baum-Zentrum möglich sind, werde ich mich freuen, Euch auch einmal zu besuchen und vor allem auch, diejenigen kennenzulernen, die ich noch nicht kenne.

Solange keine Präsenztreffen möglich sind, werde ich versuchen, eine Zoom-Konferenz im Mai zu organisieren, in der wir uns zu diesem Thema austauschen können.

Bis dahin: bleibt gesund und passt auf Euch gut auf.

Alles ist vergänglich: auch diese Pandemie.

In diesem Sinne verbleibe ich

Eure Claudia